Puno

Donnerstag, 12. März 2026

Wir haben auf dem Parkplatz gut geschlafen. Allerdings hat uns der Verkehr schon früh am Morgen geweckt. Um 9 Uhr fahren wir mit einem Boot zu den schwimmenden Inseln der Uros. Wenn man in Büchern nachschaut, oder im Internet, dann sahen diese Inseln vor ein paar Jahren noch ganz anders aus. Die Häuser waren noch wie die Boote aus Totora Schilf gebaut. Heute stehen da Wellblechhütten notdürftig mit Schilfmatten umhüllt. Auch die Fischerboote sind heute keine Schilfboote mehr, sondern aus Holz. Jede Gemeinschaft hat einen sogenannten Mercedes. Das ist ein Boot aus Glasfaser, das den Schilfbooten nachgeahmt ist und gelb angestrichen. Mit dem wollen die Familien einen Ausflug mit den Touristen machen, um Geld zu verdienen.

Wir haben eine kleine Insel besucht. Dort leben 5 Familien, insgesamt 20 Personen. Eine junge Frau erklärt uns, wie die Inseln aufgebaut sind. Im Moment gibt es mehr als 100 Inseln. Sie müssen etwa alle 3 Wochen neu mit Schilfschichten aufgestockt werden, da unten andere Schichten wegfaulen. Natürlich wollen die Uros dann ihr Handwerk wie Web- Stick- und Stricksachen verkaufen. Die Türen der Häuser sind offen und ich komme mir vor, als würde ich wildfremden Menschen in ihr Wohnzimmer treten.

Auf der zweiten Insel geht es auch vor allem um das Verkaufen. Die Inseln sind hier alle hintereinander zusammengezurrt. Sie stehen in einem Halbkreis, wie ein Dorf. Nirgends sieht man noch ein Schilfhaus, höchstens zu Anschauungszwecken. Neben der zweiten Insel stehen zwei Hotelzimmer auf Holzpfählen. Man kann also auch als Tourist dort übernachten. Ich habe mir das Ganze anders vorgestellt. Wir fahren wieder in den Hafen und begegnen Booten, die mit einer Ladung Schilf zurückkommen.

Am Wasser essen wir unser Mittagsessen. Es ist immer harte Arbeit, das Essen auszusuchen. Mein Magen verträgt hier nicht mehr alles, vor allem widersteht ihm das Frittierte. Zum ersten Mal steht auf der Menukarte Meerschwein. Auf das habe ich bestimmt keine Lust. Wir entscheiden uns für Lamm, das sich als Schaf herausstellt. Es war aber trotzdem gut.  

Am Nachmittag können wir endlich peruanisches Geld holen. In der Altstadt gibt es ein grosses Einkaufszentrum, wo wir mal wieder so richtig unsere Nahrungsmittel aufstocken können. Ein Kleintaxi fährt unseren Einkauf und uns direkt zum Camper. Der Taxifahrer hat richtig den Plausch an den Touris aus Übersee.

Heute ist der erste Tag am Titicacasee, an dem es zum Sonnenuntergang nicht regnet.

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