Samstag, 11. April 2026
Als ich am Morgen aus dem Camper steigen will, ist unser Tritt weg. Jemand hat ihn diese Nacht geklaut. Das ist schon der 2. der uns gestohlen worden ist.
Im Ort Tambo Grande will Manfred, bei der einzigen Bank mit Western Union Geld abheben. Wir haben gestern unser letztes Bargeld für Benzin und den Elektriker ausgegeben. Jetzt haben wir nur noch einige Münzen. Das reicht wahrscheinlich nicht bis zur Grenze, um die Strassengebühr zu bezahlen. Die Dame am Schalter meint, sie könne ihm das Geld nicht bar geben, sondern er müsse es auf ein Konto einzahlen!!! Öfter mal was Neues! Manfred versucht Geld vom Bancomat zu beziehen. Geht auch nicht. 3 Damen stehen um ihn herum und wollen helfen. Manfred sieht sich bedrängt und eine Dame sagt, sie wollen ihn nicht bestehlen, sondern wirklich helfen. Am Schluss wechselt Manfred Dollar in Soles um. Das geht! Mit solchen Sachen geht immer viel Zeit verloren.
Nach der Ortschaft ist wieder Reis und Zuckerrohr angebaut. Auch viele Obstbäume sehen wir. Wir werden von der Polizei aufgehalten, die uns aber nach Sichtung des Nummernschildes zur Weiterfahrt auffordert. Etwa 10 Kilometer vor der Grenze zu Ecuador ist eine Strassensperre des Zolls. Der Zöllner macht uns höflich darauf aufmerksam, dass die Grenze nach Ecuador seit September 2025 geschlossen ist. Er zeigt Manfred auf der Karte, wo er hinfahren muss, um nach Ecuador zu kommen. Im Amazonasgebiet ist eine Grenze offen, aber in Ecuador vielfach nicht besetzt. Und die Grenze in Aguas Verdes ist auch offen. Das heisst, es ist eigentlich die einzige offene Grenze. Wir müssen umdrehen und Richtung Pazifik fahren, was wir eigentlich vermeiden wollten. Wir haben im Internet nachgesehen und da stand nicht, dass der Grenzübergang nach Macara gesperrt ist. Später habe ich gesehen, dass es im Facebook mehrfach steht. Aber wir haben kein Facebook!!!








Wir fahren wieder in die Einöde. Ausser links und rechts Zuckerrohr ist es wieder sandig und felsig wie gehabt. Wir befahren eine 25 Kilometer lange schnurgerade Strasse. Zuerst links und rechts Zuckerrohr. Danach wird die Landschaft bizarr hügelig. Wir erreichen den Pazifik wieder. Die Strasse ist furchtbar mit Schlaglöchern ausgestattet. Wir können nicht zügig fahren. In den Ortschaften sind die Strassen wieder unter dem Niveau einer schlechten Feldstrasse bei uns. Wir hoffen aber trotzdem, dass wir den Campingplatz Swiss Wassi noch vor der Dunkelheit erreichen.


















Wir sind genau zum Sonnenuntergang im Campingplatz. Am Strand sitzt ein junges Pärchen. Als sich die Sonne aus der Wolkendecke Richtung Meer schiebt, stehen sie auf und laufen eng umschlungen zum Wasser. Dort kniet er nieder und macht ihr einen Heiratsantrag. Ein romanischer Abschluss dieses Tages.










