Caral – Medio Mundo

Mittwoch, 1. April 2026

Es geht lange, bis am Morgen ein anderes Auto auftaucht. Es sind nur Menschen hier, die auf der Anlage arbeiten. Wir bezahlen den Eintritt und wollen einen Führer, der englisch spricht. Wir werden fast ausgelacht.

Eine ältere Dame meldet sich in spanischem englisch. Das heisst sie nimmt das spanische Alphabet ins Englische. Sie stellt uns eine sehr junge Dame vor und meint, sie könne uns eine englische Führung geben. Das stimmt aber gar nicht. Die junge Dame ist scheu und spricht nur spanisch mit uns. Nach ein paar Minuten gesellt sich ein anderes Paar zu uns. Der Mann spricht ein wenig englisch und betätigt sich nun während der Führung als Dolmetscher.

Caral wurde ungefähr 2600 v. Chr. gegründet. Schon damals gab es unter diesem Volk die Ober- Mittel- und Unterschicht. Das konnte man anhand der Behausungen und deren Standort ermitteln. In den verschiedenen Pyramiden wohnte die Oberschicht, wie zum Beispiel Politiker oder Priester. Die Pyramiden waren nicht zugespitzt, sondern hatten oben eine grosse Fläche. Bei jeder Pyramide gibt es eine Tafel mit Erklärungen. Leider hängen sie sehr weit oben. Unsere Führerin kann uns nicht mit dem Finger zeigen, was sie erklärt, so hoch oben hängen sie. Es ist auch schwierig sie im Sonnenlicht zu fotografieren, denn unter dem spanischen Text, gibt es auch eine englische Ausführung und die will ich lesen. Die Ausgrabungen gehen auch heute noch weiter. Man hat verschiedene religiöse und Alltagsgegenstände gefunden. Die meisten davon sind in Lima im Museum ausgestellt.

Die Menschen von Caral kannten noch keine Keramik. Sie sind hier ausgezogen oder verstorben, als der Rio Soupe lange Zeit kein Wasser mehr führte.

Auf den Tafeln beim Eingang wird noch vieles mehr erklärt. Zum Beispiel was das Volk gegessen, angebaut und gefangen hat. Auch welche Pflanzen zu medizinischen Zwecken gebraucht wurden. Alles sehr interessant, wenn man denkt, dass das alles schon beinahe 5000 Jahre her ist.

Dann haben wir noch erfahren, dass die Strasse über das heutige Caral nicht zu befahren ist. Die Brücke über den Fluss ist kaputt und daher die Strasse mindestens bis im Januar 2027 geschlossen. Für uns heisst das, die Schotterstrasse von gestern noch einmal befahren und bei den Hühnerställen vorbei vibrieren. Dort stehen Lastwagen mit Kisten. Werden die Hühner in denen transportiert? Manfred meint, es könnten doch auch Eier sein. Aber ich denke, bis der LKW auf der Autobahn ankommt, wären es dann keine ganzen Eier mehr, sondern Rühreier.

Wir fahren noch ein wenig gegen Süden und kaufen in Huacho in einem grossen Geschäft ein. Die Stadt ist mit violetten Wimpeln geschmückt und Manfred meint, das sei nur wegen uns!!! Da kommt auch schon von rechts eine Prozession. Es zeigt, warum die Stadt geschmückt ist. Die heilige Woche wird hier gross gefeiert. Der Karfreitag ist der höchste Feiertag im Jahr. 

Es geht danach wieder nach Norden und in Medio Mundo, das auf unserer Karte nicht einmal vermerkt ist, finden wir an einer Lagune nahe am Pazifik, einen Campingplatz. Hier gibt es viele Wasservögel, auch solche, die nur durchziehen.

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