Arequipa – Canon del Colca

Montag, 16. März 2026

Manfred geht am Morgen nochmals einkaufen. Wir brauchen Wasser. Danach plaudert er noch lange mit den Fahrern zweier Camper. Der eine ist aus Brasilien, der andere aus Spanien. So fahren wir erst um 11 Uhr vom Standplatz weg. Es dauert wieder eine Ewigkeit, bis wir aus der Stadt sind. Wir fahren über die Geleise, wo uns Vorgestern der Zug mit seinen vielen Lichtern ins Gesicht geschaut hat. 

Am Anfang behindern uns noch viele LKWs. Aber mit der Zeit zieht sich die Karawane in die Länge und wir können überholen. Es ist am Morgen meistens leicht bewölkt und erst ab Mittag überdecken die Wolken das Blau des Himmels ganz. Als wir auf der Hochebene ankommen, haben wir Glück und die Wolken sind noch nicht so zahlreich. Wir können einen Vulkan in seiner ganzen Schönheit bewundern. Wir stehen zum Mittagessen auf einem grossen Parkplatz und können ihn die ganze Zeit ansehen. Ich brate Spiegeleier, denn wir werden heute auf beinahe 5000m hochfahren. Letztes Mal auf dieser Höhe sind die Eier im Kühlschrank geplatzt. Also lieber jetzt noch essen.

Wir fahren über eine Hochebene 4200m. Die Strasse führt schnurgerade durch eine Pampa. Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen erinnern. Rechts stehen vor dunklen Wolken Hügel, während unten Vicunas und Alpakas grasen. 

Es beginnt die Steigung. Auf 4500m sitzt ein Hirte, dick eingepackt, ganz allein am Strassenrand und hütet seine Lamas. Draussen hat es 9 Grad. Wir sehen auch ein bisschen Schnee auf dem Gras. Dann zieht der Nebel über die Strasse und wir können die Landschaft links und rechts nicht mehr erkennen. Zuoberst, auf 4885m gibt es einen Aussichtspunkt, damit man die umliegenden Vulkane bestaunen kann. Aber wir sehen nur Nebel. 200m weiter unten lichtet sich der Nebel wieder. Wir fahren über zahlreiche Kurven wieder hinunter auf 3600m nach Chivay. Dort muss man Eintritt für die Colca Schlucht bezahlen.

Die Fahrt zum Aussichtspunkt gestaltet sich für mich schon mit Herzklopfen. Aber nicht wegen der Höhe, sondern weil es auf der rechten Seite steil hinuntergeht und es hier keine Leitplanken gibt. Unten fliesst der Rio Colca. Am Aussichtspunkt sollten wir morgen Kondore sehen. Wir richten uns auf dem Parkplatz für die Nacht ein. Ein Fuchs besucht uns. Der Nebel kommt immer näher und verdunkelt alles schnell. Kurz bevor es wirklich Nacht wird, öffnet sich die Wolkendecke ein klein wenig und die Umgebung wird in ein rosa Licht getaucht. Danach ist es wirklich stockdunkel. Nirgends ein Licht zu sehen, weder künstlich noch vom Himmel. 

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