Mittwoch, 6. Mai 2026
Neugierig scharen sich die Ponys um uns herum, als wir uns zur Abfahrt bereit machen. Besonders unser Abfallsack hat es ihnen angetan.
Angela und Jorge haben uns noch einige Tipps für die Weiterreise gegeben. Die Gegend bis nach Cartagena sei sicher. Wir fahren heute nur ein kleines Stückchen in die Nähe von Salento. Dort besuchen wir eine Kaffee Finka. Jorge hat dort extra angerufen, um zu sehen, ob heute Führungen stattfinden.
In Armenia habe ich noch versucht einzukaufen, was ich brauche. Manfred bleibt beim Auto. Als ich zurückkomme, redet er mit einem Ladenbesitzer. Manfred macht sich auf die Suche nach einer Western Union Filiale, während ich im Auto bleibe. Der Ladenbesitzer schliesst sein Geschäft und bringt mir zwei Bonbons in Herzform. Ja, die Kolumbianer sind sehr freundlich.








Wir sehen, dass die neuen Mehrfamilienhäuser alle eingezäunt sind und nur durch ein Sicherheitstor betreten werden können.
Ein Motorradfahrer hat eine zerbrechliche Fracht auf dem Gepäckträger. Wir fahren an einem Viehmarkt vorbei, bevor es steil nach unten zum Fluss geht. Hoffentlich fährt unser Camper ohne Probleme wieder hoch!!!




Bei der Finka müssen wir eine Weile warten, weil gerade eine Führung stattfindet. Dafür widmet sich unser Führer Anderson ganz alleine uns. Die Finka ist eher klein. Sie bewirtschaftet nur 3000 Kaffeebüsche. Die Ernte findet im Juni und September statt. Ein Kaffeepflücker wird per Kilogramm bezahlt. Ein guter Pflücker bringt es im Tag auf 50 Kilogramm Kaffeekirschen. Diese Kirschen werden durch eine Maschine gedreht, wo das rote Fruchtfleisch von der Bohne getrennt wird. Die Bohne wird gewaschen und danach etwa einen Monat an der Sonne getrocknet. Dabei wird sie immer wieder gewendet. Ist die Bohne trocken, wird sie in die Rösterei gebracht. Dort wird noch die Schale von der Bohne getrennt, bevor sie geröstet wird. In Kolumbien wird die Bohne nur Mittel geröstet. In Europa wird sie stark geröstet.






















Zwischen den Kaffeesträuchern wachsen viele verschiedene Fruchtbäume. Bananen, Guava, Tomatenfruchtbaum, Zitronen, Mandarinen und Ananas. Die Wurzeln sollen untereinander kommunizieren und so Aroma an die Kaffeepflanzen abgeben. Dazu dienen sie als Schattenspender für den Kaffeebusch. Im Schatten wächst der Kaffeebusch langsamer und kann somit mehr Aroma aufnehmen. Obwohl der Kaffee keine Befruchter braucht, sind die Plantagenbesitzer froh um die zahlreichen Bestäuber, denn auch dadurch wird Aroma ausgetauscht. Eine Kreuzung zwischen Limonen- und Mandarinenbaum ergibt eine sehr saure, orange Zitrone. Wir dürfen eine probieren. Manfred verzieht das Gesicht, während ich die Frucht gut finde. Ich sauge sie aus und ein paar Tropfen fallen auf mein dunkelblaues T-Shirt. Wo die Tropfen hinfallen, ist die Farbe vom T-Shirt heller geworden. Wahrscheinlich ist die Säure schuld.
Kaffee kann man etwa 15 bis 20 Jahre ernten. Danach braucht es neue Sträucher.

Nach der Führung dürfen wir uns einen Kaffee von Grund auf zubereiten. Wir bekommen getrocknete Bohnen. Manfred dreht sie durch eine Maschine, wodurch die Schale von der Bohne getrennt wird. Nun muss die Schale weggepustet werden. Da dies zu lange dauert, wird der Föhn zu Hilfe genommen. Danach müssen die defekten Bohnen aussortiert werden. Die Guten kommen ins Töpfchen und werden hellbraun geröstet. Der Führer Anderson mahlt die Bohnen und brüht sie mit 80-90 Grad heissem Wasser auf. Der Kaffee ist sehr hell und schmeckt fruchtig und samtig. Ein ganz anderes Aroma als wir uns das von zu Hause gewohnt sind.






Während unserem Aufenthalt auf der Kaffeeplantage sind wir immer umgeben von Vogelgezwitscher und sie fliegen auch um uns herum. Am Boden scharren japanische Hühner. Sie haben keine Federn, sondern Haare. Das sieht für mich lustig aus. Wir übernachten auf der Finka und werden morgen auch wieder eine kurze Fahrt unternehmen.





