Sucre

Donnerstag, 19. Februar 2026

Wir haben uns noch lange mit der französischen Familie unterhalten, bevor sie heute weitergezogen sind. Karolinas Eltern, beide über 80 Jahre alt, kommen und putzen rundherum. Karolina kommt vorbei und fragt nach dem Befinden von Manfred. Da er nicht laufen und gleichzeitig sprechen kann ohne ausser Atem zu geraten, findet sie, er muss zu einem Arzt. Sie ist auch Ärztin, will aber, dass ein Spezialist Manfred untersucht.

Dann organisiert sie für morgen um 8:30 Uhr einen Besuch in einer Garage per Telefonanruf, wegen den Bremsen des Campers. Sie schickt auch eine Person einer Wäscherei vorbei, die unsere dreckige Wäsche abholt. Einfach nur super, wie sich die Frau um ihre Gäste kümmert.

Manfred sucht einen Friseur auf. Die langen Haare und vor allem der Bart stört ihn. Als er wieder wie mein Manfred aussieht, gehen wir essen. Karolina hat uns ein Restaurant mit heimischer Küche empfohlen. Man kann dort auch auf kleinen Terrassen sitzen, die sind aber alle besetzt. Wir essen ein Art Ragout aus Schweinefleisch mit Kartoffeln an einer pikanten Sauce. Dazu ein Maisbrei mit anderen Gemüsen gemischt. Es schmeckt gut, nur das Fleisch könnte ein bisschen zarter sein. Kaum sind wir fertig mit essen, da erreicht uns eine WhatsApp Meldung von Karolina. Manfred hat heute Abend um 19:40 Uhr einen Termin beim Arzt.

Ein Verdauungsspaziergang führt uns zum Plaza 25 de Mayo. Ein Park mit hohen Bäumen die Schatten spenden. Rundherum stehen weiss gestrichene Bauten aus spanischer Zeit. Zum Beispiel auch die Kathedrale. Der Turm hat mehrere Stockwerke und an jeder Ecke eines Stockwerks steht eine Statue, die einen Apostel darstellt. 2 Frauen wischen die Wege. Ihre orange Kleidung ist sogar den Röcken der bolivianischen Frauen nachempfunden. Sie wischen nicht mit Besen, sondern mit Palmblättern.

Daneben steht das Regierungsgebäude der Region. Oben auf dem Dach steht 200 Jahre Unabhängigkeit. Es gibt das Museum Casa de Libertad und viele andere Museen. Wir schlendern zum Central Markt. Wir staunen ob den vielen Gemüsen und Früchten. Fleisch ist nicht so mein Fall. Die Kirchen hier sind meistens geschlossen und können nur zum Gottesdienst oder mit einer Führung besucht werden. Es hat zu viel Gold und Edelsteine als Zierde in den Kirchen. Wir sind darum erstaunt, dass die Kirche Francisco de Asis offen ist. Es sitzt eine Polizistin in der Kirche und beobachtet uns. Es darf nicht fotografiert werden.

Wir laufen zurück zum Stellplatz, wo sich Manfred lange mit dem Vater von Karolina unterhält. Er hat 45 Jahre Motoren gewickelt und macht es jetzt immer noch ab und zu zum Spass. Der Vater kann nur spanisch und die Unterhaltung der beiden Männer hört sich lustig an. Manfred mit seinen bescheidenen Spanischkenntnissen rutscht immer wieder ins Italienische. Dann muss er los. 20 Minuten laufen bis zur Praxis und ich bin ganz allein auf dem Stellplatz. Was wird der Arzt wohl sagen?

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