Cuenca – Alausi

Donnerstag, 16. April 2026

Manfred geniesst am Morgen noch einmal ein warmes Bad, während ich unseren Camper zur Abfahrt bereit mache. Es geht ihm heute besser als die letzten Tage.

Wir erhaschen noch einen Blick auf die Stadt bei der Einfahrt zur Autobahn. Sie ist nur ein kleines Stück lang. Nach der Abzweigung von der Hauptstrasse zu den Ingapirca Ruinen, geht es erst einmal steil nach oben. Dazu gesellen sich Spitzkehren. Zum Glück hat es auf den engen Strassen nicht viel Verkehr.

Bei den Ruinen müssen wir als Rentner keinen Eintritt bezahlen. Bis anhin haben wir in Südamerika noch nie Rentnerrabatt bekommen. Fremde müssen immer den ganzen Preis bezahlen.

Die Gruppe von etwa 15 Touristen bekommt einen Führer, der englisch spricht, nur wegen uns!

Die Inkas sind aus dem Süden hierhergekommen und haben die Canari kriegerisch angegriffen. Die Canari lebten hier schon lange und liessen sich nicht besiegen. Die Inka überzeugten die Canari in Frieden miteinander zu leben. Wie all die anderen Stämme vor den Inkas in Südamerika, beteten auch die Canari den Mond an. Im Gegensatz zu den Inkas, sie waren Sonnenanbeter. So besassen hier die Canari einen Mondtempel und die Inkas einen Sonnentempel. Die Anlage lag lange Zeit unter viel Erde. Eine Farm auf dem Grundstück gehörte einem Priester aus Cuenca. Er fand Steine, die von den Inkas stammten und er liess sie nach Cuenca bringen als Grundsteine für Kirchen. Als die Bauern in der Umgebung das sahen, klauten sie auch Steine und verbauten sie in ihren Häusern. Heute versucht man die Steine wieder zurückzukaufen. Die Canari bauten mit runden Steinen aus den Flüssen. Die Inkas bevorzugten Lavagestein oder Steine aus den Bergen. Sie bearbeiteten die Steine so, dass sie ineinander passten und ohne Pflaster hielten.

Der Sonnentempel ist als einziger Inkatempel oval gebaut. Ein Zugeständnis an die Canari. Auf der grossen Plattform steht genau in der Mitte ein Haus. Darin stehen in 3 Nischen goldene Statuen von einem Kondor (Himmel) einem Puma (Mutter Erde) und einer Schlange (Hölle). Es gibt keine Fenster, nur eine Türe. An vier Tagen im Jahr scheint die Sonne durch die Türe und lässt die Statuen erstrahlen. Es sind die 4 Jahreszeiten und somit Startschuss auch für säen und ernten. Auf den grossen Terrassen wurden wahrscheinlich die Sterne beobachtet.

Nach der Führung kann man noch einen Spaziergang zu einem Inkagesicht machen. Soll ganz natürlich so entstanden sein Manfred macht ein Bild, da hat der Inka auch noch Augenbrauen!

Wir müssen weiter, um heute noch Alausi zu erreichen. Wir fahren zeitweise wieder im Nebel. Von der Landschaft ist nicht viel zu sehen, denn der Nebel gibt nur ab und zu den Blick frei. Die Strasse ist in einem guten Zustand. Viele Erdrutsche landen auf der Seite der Strasse, oder wurden weggeräumt. Auch die Strassen in Alausi sind von Erdrutschen verschmutzt. Ich habe gelesen, dass die Touristenbahn zum Nariz del Diabolo nicht fährt, da die Geleise verschüttet sind. 

Wir finden einen Schlafplatz auf einer Farm.

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