Sonntag, 29. März 2026
Wir werden pünktlich zum Hafen gefahren. Das Schiff legt 15 Minuten später ab als vorgesehen. Als erstes sehen wir einen Seelöwen auf einer Boja. Da die Sonne in seinem Rücken scheint, kann man leider nur seinen Umriss sehen.








Es liegen einige Schiffe vor Anker und in einem anderen Hafen, als wir abgefahren sind. Unser Guide erklärt, dass die meisten Frachter von hier Salz nach Kanada bringen und mit Mais für die Hühnerzucht zurückkommen. Also doch Hühner, wie wir gedacht haben.


In einem Sandhügel können wir einen Kerzenständer entdecken. Er ist so gemacht, wie die Geoglyphen in Nazca aber ist 100 Jahre älter. Ich verstehe nicht, wie hoch er ist, aber in der Breite misst er 17 Meter.


Wir kommen zur Insel Ballestas. Auf ihr leben sehr viele verschiedene Vögel. Ich sehe vor allem Pelikane. Hier wurde früher sehr viel Guano (Dünger) abgebaut. Seit es Kunstdünger gibt, ist der Guano nicht mehr so gefragt. Letztes Mal wurde hier 2021 Guano exportiert. Zirka alle 8 Jahre kann man hier zwischen 15 und 20cm Guano ernten. Dazu brauchen die Arbeiter 10 Monate. In dieser Zeit leben sie auf der Insel.












Die Insel ist auch die Kinderstube von vielen Seelöwen. Sie werden hier geboren und verlassen die Insel mit der Mutter, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben.










Zurück auf dem Campingplatz entspannen wir. Es ist sehr heiss. Die Mutter vom Eigner setzt sich neben mich und wir beginnen zu diskutieren. Sie hat Europa bereist und eine Freundin in Ungarn und eine in Deutschland. Beide heissen Gaby und sie freut sich sehr, eine Dritte kennen zu lernen.
Sie erzählt, dass sie 67 Jahre alt ist und es in Peru keine Altersvorsorge gibt. Jeder muss selbst schauen, wie er über die Runden kommt. Sie arbeitet 4 Tage in Lima und am Wochenende hilft sie dem Sohn auf dem Campingplatz. Sie würde uns nicht raten nach Lima zu fahren. Bald sind Wahlen und das Klima ist aufgeheizt. Strassensperren und Demonstrationen gibt es jeden Tag. Die Polizei sei nicht zimperlich. Sie hofft sehr, dass sich mit den Wahlen etwas zum Guten ändert. Auch sie verlasse die Wohnung nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr. Überfälle auf Frauen mit Vergewaltigungen seien an der Tagesordnung. Lima sei nicht mehr Lima.
Wir haben schon vor ihren Erzählungen entschieden, dass wir die 12 Millionenstadt umfahren oder durchfahren. Eigentlich haben wir genug vom Trubel der Grossstädte.
Milli erzählt auch, dass es hier an Früchte und Gemüse alles gibt. Die Erde sei fruchtbar. Bewässert wird mit Grundwasser. Es regnet nie hier! Auch wenn man es von der Strasse aus nicht sieht, es gibt Bäume und auch Spargeln. Ich habe auf der Fahrt hierher Avocado Bäume gesehen und auch ein Kraut auf den Feldern, das mich an Spargeln erinnert hat. Aber ich dachte, die gibt es hier bestimmt nicht. Falsch gedacht!
Wir hoffen jetzt auf ein bisschen Abkühlung in der Nacht. Man kann hier wenigstens alles offen lassen, denn es gibt keine Moskitos hier.


