Frutillar – Osorno

Freitag, 16. Januar 2026

Es ist nicht gerade Badewetter, als ich mich um 8 Uhr unter die Dusche stelle. Aber ich beisse auf die Zähne und wasche auch noch meine Haare. Ich kann mich der Hühnerhaut nicht erwehren.

Gestern Nacht hat die Jugendschar, die auf dem Campingplatz übernachtete, bis in den frühen Morgen hinein lautstark gefeiert. Jetzt hört man keinen Ton mehr von ihnen.

Frutillar besteht aus zwei Ortsteilen, den oberen und den unteren. Der untere Teil liegt am Lago Llanquihue, dem zweitgrössten See Chiles. Als Anfangs 1900 deutsche Siedler hier ankamen, machten sie sich am See breit. Die angestellten Indios durften im oberen Teil wohnen. Dieser Unterschied mache sich heute noch bemerkbar. Am See entlang wimmelt es nur so von Kuchenanbietern.

Der Ort besitzt ein grosses Theater am See. Aussen sind Kunststoffplatten befestigt. Sie sind überzogen mit einer Art Folie in Holzmuster oder Farben. Man kann um das ganze Gebäude herumlaufen. Die Hälfte davon steht auf Pfählen im See. Eingänge befinden sich je auf einer Seite. In der Mitte sind kleine Geschäfte etabliert. Eines davon verkauft guten Kaffee und Gebäck. Dort kann ich endlich ein Brot kaufen, das so schmeckt, wie wir es gewohnt sind. Manfred probiert einen Apfelstrudel, der mundet.

Gegen Mittag strömen Touristen wie wir in Bussen herbei. Sie werden von Fremdenführern durch die Stadt gelotst. Wir schauen uns noch das Museum Colonial an. Auf einem Parkareal stehen 4 Häuser. Eine Mühle, ein Wohnhaus, ein Haus ist geschlossen wegen Renovierungsarbeiten und ein runder Bau, in dem Landwirtschaftsmaschinen ausgestellt sind. Alles von den deutschen Einwanderern. Die Mühle läuft nicht mehr. Davor liegt ein prächtiger Blumengarten. Die Beete sind mit Buchsbaum eingefasst, wie bei uns die alten Bauerngärten. Höher gelegen ist ein Wohnhaus. Im Erdgeschoss war eine Schmiede eingerichtet. Wir sind auch zum geschlossenen Haus hinaufspaziert. Der runde Bau ist interessant. Teilweise kann ich mir gar nicht vorstellen, wozu die Geräte gebraucht wurden.

Pünktlich um 15 Uhr treffen wir beim Gashändler in Puerto Montt ein. Er füllt uns unsere Gasflasche tatsächlich auf und erst noch günstig. Auf der Autobahn fahren wir nach Osorno. Hier wird wieder Ackerbau betrieben. Wir sehen Mais- und Rapsfelder. Während der Mais dunkelgrün leuchtet, ist der Raps erntereif. Auf dem Gemeindecampingplatz machen wir es uns gemütlich. Mal sehen, was wir morgen unternehmen.

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