Santiago – Uspallata

Donnerstag, 22. Januar 2026

Heute sind wir früh aufgestanden. Manfred will sich genügend Zeit lassen, um über den Pass zu fahren und für die Grenzformalitäten für Argentinien. Sollte die Zeit ausreichen, werden wir heute Mendoza erreichen. 

Manfred hat schon ein bisschen Bauchweh wegen der Fahrt durch Santiago. Aber das läuft alles problemlos. Der Verkehr ist nicht zu heftig und es ist alles gut angeschrieben. Wir fahren Richtung Flughafen und durch sehr viel Industriegebiet. Ausserhalb Santiago wähne ich mich in Afrika. Alles vertrocknet und struppig, mit Dornengebüsch. 

Schon bald fahren wir durch den schwarzen Tunnel Chacabucco. Danach geht es stehts bergauf. Es wachsen Reben und Solarzellen auf den Feldern. Ein Güterzug rattert an uns vorbei. Doch weiter hinten im Tal und auf der anderen Seite des Passes sind die Geleise zum Teil verschwunden. Wo kommt denn dieser Zug her?

Vor dem Pass wird die Strasse neu betoniert. Es gibt einen kleinen Stau wegen der Einbahnführung. In Serpentinen erklimmen wir den Pass. Beinahe oben führt die Strasse in einen Tunnel. Der ist ein bisschen heller als der erste Tunnel. Eigentlich wollte ich von den Serpentinen von oben ein Bild machen, aber Manfred hat es verpasst auf den Parkplatz zu fahren. 

Nach dem Tunnel geht es noch ein wenig bergab und danach muss man mit dem Auto in ein Gebäude fahren und die Formalitäten für beide Länder erledigen. Als wir wieder aus dem Gebäude fahren, will Manfred in die falsche Richtung. Es braucht einige Überzeugungskraft von mir, dass er die richtige Richtung nimmt. Wir fahren und plötzlich fällt uns auf, dass wir das Papier TIP für das Auto nicht haben. Wir diskutieren und Manfred hält bei den nächsten Häusern an. Da sind aber nur Restaurants und Touristinfo. Wo um alles in der Welt musste man diesen TIP lösen????

Wir diskutieren noch eine Weile und fahren dann zurück. Wir lassen das Auto vor dem Gebäude und fragen drinnen an einem Schalter. Der nette Herr beruhigt zuerst Manfred, der ganz nervös ist und führt uns zu einer Dame, die exzellent englisch spricht. Sie will unseren Laufzettel sehen und sagt: «Da sind fünf Stempel darauf, sie sind fertig, sie können gehen!» Ja, aber wo ist der TIP? Den brauchen sie nicht mehr, der ist abgeschafft! Seit wann? Seit etwa 2 Wochen! Dinge ändern sich.

So sind wir ohne TIP weggefahren. Manfred ist es nicht wohl dabei und er glaubt nicht so recht, dass das alles stimmt. Wir haben dadurch fast eine Stunde verloren.

Die Fahrt Richtung Mendoza ist grandios. Die Berge sind fantastisch in Form und Farbe. Der Fluss Mendoza hat ein tiefes Bett gegraben. Auf einer Seite steht eine Wand, die aussieht wie aus Beton gegossen.

Die nervliche Belastung an der Grenze und die Fahrt haben Manfred müde gemacht. Wir fahren in Uspallata an ein kleines Bächlein in einer grünen Wiese. Wir werden hier übernachten.

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