Freitag, 26. Dezember 2025
Der Morgen ist grau und regnerisch. Die Lupinen am Wegesrand bis Punta Arenas hellen die Stimmung auf. Die Schiffe, die ich vorgestern als Friedhof bezeichnete, könnten doch noch am Arbeiten sein. Leitungen auf dem Schiff lassen Manfred, der mit Feldstecher inspiziert, auf Gas- oder Ölförderung tippen.








Der Palacio Sara Braun hat heute geöffnet. Sara Braun Hamburger kam mit ihren Eltern aus dem zaristischen Russland nach Chile um 1874. Sie waren arm. Sara arbeitete sich durch Heirat und Ausbeutung der Urbevölkerung, Stamm Selk’nam. Mit Teilhabern sicherte sie sich alles, was irgendwie mit Schafen zu tun hatte. Metzgereien, Schifffahrt, Wollindustrie, Land usw. Am Ende ihres Lebens 1955 gehörten ihr 1’400’000 Hektaren Land. Einen Streik auf ihren Ländereien liess sie von der Polizei blutig niederschlagen. 1200 Indigene mussten ihr Leben lassen. Auf ihrem Landsitz liess sie die sich ergebenden Angestellten ihr eigenes Grab schaufeln und erschiessen. 300 begnadigte sie, damit die Farm weiter bewirtschaftet werden konnte. Die Villa, die jetzt mitten in Punta Arenas steht, liess sie aus Material, eingeschifft aus Frankreich erbauen. Auch Möbel usw. alles aus Europa. Als sie in diesem Stil baute, machten es ihr die reichen Leute in Punta Arenas nach. Darum stehen hier noch einige alte Villen in der Stadt.



















Nach einem Mittagessen beim Chinesen verlassen wir die Stadt Richtung Puerto Natales. Zuerst alles wie gehabt. Danach wird es hügelig. Die erste richtige Ortschaft nach Punta Arenas ist Villa Tehuelches. Ich müsste von zu Hause bis Zürich fahren. Unterwegs nichts ausser Gras, ein Strassenband und alle 15 Minuten ein Auto. Tehuelches besteht aus ca. 50 Häusern und ein Weihnachtsbaum steht auf dem Dorfplatz.
Ab Moro Chico fahren wir der argentinischen Grenze entlang und die Natur hat sich verändert. Es gibt wieder Wald und Blumen. Eine grosse Ebene müssen wir ab Villa Renoval überqueren, um nach Puerto Natales zu kommen. Es windet heftig und fängt wieder an zu tröpfeln.


















Wir finden einen kleinen Campingplatz. Hier wird unsere Wäsche gewaschen. Aufhängen müssen wir sie selbst. Das gibt eiskalte Finger!! Dafür danach eine heisse Dusche. Nichts wie ab ins Bett. Den Blog schreiben hebe ich mir für morgen auf.





