Cerro Sombrero – Tolhuin

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Die Nacht war kalt. Als ich nach draussen blicke, ist ein Mann damit beschäftigt ohne Handschuhe, das Unkraut zwischen den Blumen auszuzupfen. Aber er trägt eine dicke Jacke und hat die Kapuze über den Kopf gezogen. Wir haben auf dem Platz mit dem Denkmal für Ölarbeiter übernachtet. Wir sind nicht allein. Noch zwei weitere Camper stehen vor der grossen Halle. Der Campingplatz ist wegen Bauarbeiten geschlossen. Die Ortschaft ist von der Ölgesellschaft ENAP gegründet. Manfred sagt, sie erinnert ihn stark an Sibirien.

Wir fahren weiter. Jedes Mal, wenn wir eine lange Gerade gefahren sind, fragen wir uns nach der Kurve, ob wohl etwas anderes kommt als wieder das gerade Band in der Landschaft. Dieses Mal kommt etwas anderes. Zuerst ein rotes Feld. Es ist nicht etwa ein Acker, der angepflanzt ist. Nein, es sind wahrscheinlich Sauerampfer. Jedenfalls sieht die Pflanze so aus. Ich probiere ein kleines Blättchen und es schmeckt sauer. Aber es können viele Pflanzen sauer schmecken. Als ich den Sauerampfer abreisse, entdecke ich eine andere Blume. Es ist wahrscheinlich Weissklee, nur die Blüte sieht ein wenig anders aus. Löwenzahn wächst auch hier.

Wir sind ein bisschen hochgefahren und sind nun in einem grünen Tal. Ein Bach mäandert durch die Wiese. Tausende Schafe grasen und ich sehe die Farmhäuser. Auch Wasservögel stehen meistens im Bach. Ich kann sie aber nicht bestimmen, sehe nur, dass sie schwarzweiss sind.

Die Freude über das grün dauert nicht lange und wir sind wieder im Einerlei der vorangehenden Tage. Die Strasse zur Grenze nach Argentinien ist geteert und nicht wie in der Landkarte angezeigt Schotterpiste. Nach der chilenischen Grenzkontrolle, ging auch die Argentinische, nach 14 Kilometer Niemandsland, ohne Probleme über die Bühne.

In Rio Grande müssen wir dringend einkaufen. Der Kühlschrank ist leer. Es ist eine grosse Stadt mit viel Industrie. Hinter vielen Blumen genehmigen wir uns das Mittagessen. Der Fluss Rio Grande ist nicht so gross, wie der zwischen Mexico und USA. Ein komischer Wald taucht auf. Die meisten Bäume sind halbwegs oder ganz dürr. Moos hängt von den trockenen Zweigen. Aber das Unterholz wächst schon wieder. In der Ferne tauchen schneebedeckte Berge auf. Draussen ist das Thermometer während unserer heutigen Fahrt von 17 auf 9 Grad gefallen. Gauchos treiben eine Herde Rinder über die Strasse. Der Hund läuft Manfred vor das Auto und er kann mit Mühe ausweichen. In Tolhuin suchen wir den Campingplatz und finden einen, der nur für Mitglieder einer Firma bestimmt ist. Wir werden weiter verwiesen. Dort ist aber kein Mensch zu sehen. Wir machen es uns im nahe gelegenen Wald gemütlich.

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