Montag, 15. Dezember 2025
Ein bisschen vor der Öffnungszeit treffen wir bei Julios Reifengeschäft ein. Er nimmt sich unserer defekten Reifen sofort an. Zuerst spritzt er die Räder draussen ab. Aller Sand muss weg. Drinnen werden die Räder in ein Bad gelegt, um alle Lecks zu finden. Die Reifen werden von den Felgen getrennt und auf die Löcher ein Reperaturstück auf vulkanisiert. Richtig professionell gemacht. Natürlich an beiden Rädern und das für 20 Franken. Nach dem Tanken geht es weiter Richtung chilenische Grenze.


Die Landschaft, na ja, ihr wisst schon! Aber wir sehen zahlreiche Herden von Guanakos. Es sind meist zwischen 20 und 30 Tiere. Auch viele Junge sind dabei. Bei so vielen Tieren gibt es auch viele Unfälle. Die toten Tiere liegen einfach am Strassenrand. Ich weiss nicht, ob es hier Geier, Raben oder andere Vögel gibt, die aufräumen würden. Gesehen habe ich keine. Aber die Guanakos sterben nicht nur durch Unfälle, sie hängen manchmal über die Zäune, wie braune, flauschige Wolldecken. Ganz makaber sieht es aus, wenn nur noch das Knochengerippe in den Drähten hängt.


Wir fahren über den Rio Chico. In Piedra Buena machen wir eine längere Mittagspause. Es fällt mir auf, dass ich zum ersten Mal so viel Religiöses in diesem Land sehe. In der Mitte der Hauptstrasse stehen nebst den Strassenleuchten auch Heiligenfiguren und auf den Seiten Engel und Heiligenbilder. Der nächste Fluss wird überquert, der Rio Santa Cruz. Sein Wasser sieht aus wie Gletschermilch.














Immer wieder werden wir auf schlechte Strassenverhältnisse aufmerksam gemacht. Dabei sind die Überlandstrassen zu 95% in einem guten Zustand. Nur in den Ortschaften sind die Strassen sehr schlecht. Auch gibt es Tafeln die dem Autofahrer nahelegen Schneeketten zu montieren!! Häuser sehen wir sehr wenige. Der nächste Fluss heisst Coyle. Er ist sehr verzweigt und an seinem Ufer Weiden Rinder und Schafe. Auch Wasservögel, wie der Flamingo kann ich entdecken.










Dann kommt endlich Rio Gallegos in Sicht. Wir platzieren uns an der Strasse am Meer, bei einer Schule. Sofort koche ich uns etwas zum Essen. Auf der Strasse geht es ums Posen! Autos und Motorräder knattern und knallen um die Wette. Morgen fahren wir über die Grenze nach Chile. Es gelten rigorose Restriktionen. Kein Gemüse, Früchte, Milch und deren Produkte, Gewürze, Samen, Fleisch und Fleischerzeugnisse dürfen über die Grenze. Wir werden sehen, was uns noch weggenommen wird. Auf jeden Fall haben wir schon einmal die Formulare im Internet ausgefüllt.




